HASZCARA

Music / Hip-Hop/Rap / Deutschland

Männerdomäne hin oder her: Deutschrap wurde in den letzten Jahren zunehmend femininer – und Haszcara hatte spätestens seit ihrem Debüt dabei mehr als ein Wörtchen mitzureden. Erschienen bei den Tastemakern von Audiolith, ist „Polaris“ ein waschechtes Konzeptalbum voller Persönlichkeit und Mut zur Veränderung, beides also Aspekte, ohne die Haszcara heute nicht da wäre, wo sie ist. Politisches Engagement und die Ambition, sozial etwas zu bewegen, treiben die gebürtige Göttingerin ebenso an, wie der permanente Drang, schnittfeste Beats und Texte zu produzieren. Trotzdem überlegt sie sich genau, über welche Kanäle Mördertracks vom Kaliber „Lauter Rapper“ oder „Niemand der so redet“ an den Mann.. äh.. an die Frau gebracht werden. Die Qualität des Outputs gibt ihr dabei mehr als Recht. Auch der „Hautnah“-EP hört Mensch nämlich an, dass hier nicht die erstbesten Oberflächenresultate aus dem Studio verwertet wurden. Mascara war schließlich gestern. Haszcara macht Rap mit Herz und Hirn, definiert dabei aber auch noch erfolgreich neu, was Ehrlichkeit und Realness im Kontext dieser Musik eigentlich bedeuten.